Vitamin D ist kein gewöhnliches Vitamin – es ist ein Hormon, das nahezu jede Zelle im menschlichen Körper beeinflusst. Prof. Dr. Jörg Spitz, einer der führenden Vitamin D-Experten im deutschsprachigen Raum, hat sich seit Jahrzehnten intensiv mit diesem faszinierenden Botenstoff beschäftigt.
Die Haut fungiert als hocheffizientes Solarkraftwerk: Unter dem Einfluss von UVB-Strahlen wandelt sie das Vorläufermolekül 7-Dehydrocholesterol in Prävitamin D3 um, das anschließend in Leber und Niere zur biologisch aktiven Form Calcitriol aktiviert wird. Dieser Prozess ist evolutionär optimiert – und in unserer modernen Welt des Innenlebens und Sonnenschutzes chronisch gestört.
Vitamin D-Mangel ist in Deutschland weit verbreitet: Schätzungen zufolge haben über 60 Prozent der Bevölkerung einen suboptimalen Spiegel. Besonders betroffen sind ältere Menschen, Personen mit dunklem Hauttyp, Menschen die wenig ins Freie gehen sowie Adipöse – da Vitamin D fettlöslich ist und im Fettgewebe gespeichert wird.
Die Funktion von Vitamin D geht weit über den Knochenstoffwechsel hinaus. Es reguliert das Immunsystem, hemmt überschießende Entzündungsreaktionen, schützt Nervenzellen, steuert den Zellzyklus und hat nachweislich eine krebshemmende Wirkung. Prof. Dr. Spitz erklärt eindrücklich, warum Krebszellen keine Sonne mögen: Calcitriol fördert die Zelldifferenzierung und hemmt unkontrolliertes Zellwachstum.
In seinen Büchern, Vorträgen und Kongressen vermittelt Prof. Dr. Spitz praxisnahe Empfehlungen zur optimalen Vitamin D-Versorgung. Er plädiert für regelmäßige Messung des 25-OH-Vitamin-D-Spiegels im Blut und für eine individuelle Supplementierung, wenn die körpereigene Produktion nicht ausreicht. Zielwerte von 40–60 ng/ml gelten nach aktuellem Forschungsstand als optimal.