Umwelt & Toxine

Wir leben in einer toxischen Welt. Industriechemikalien, Pestizide, Schwermetalle, Mikroplastik, elektromagnetische Felder und Luftschadstoffe belasten unseren Körper täglich auf einem Niveau, für das unsere Biologie evolutionär nicht gerüstet ist. Prof. Dr. Jörg Spitz beleuchtet die gesundheitlichen Konsequenzen dieser omnipräsenten Schadstoffbelastung – und die Möglichkeiten zur Gegensteuerung.

Besonders besorgniserregend sind endokrine Disruptoren – Substanzen, die in das Hormonsystem eingreifen. Bisphenol A (in Kunststoffen), Phthalate (in Weichmachern), bestimmte Pestizide und Schwermetalle wie Blei und Quecksilber imitieren oder blockieren körpereigene Hormonsignale. Die Folgen reichen von Fruchtbarkeitsstörungen über Schilddrüsenerkrankungen bis hin zu erhöhtem Krebsrisiko.

Mikroplastik ist die neue Umweltbedrohung des 21. Jahrhunderts. Plastikpartikel wurden inzwischen in menschlichem Blut, Lungengewebe, Plazenta und Muttermilch nachgewiesen. Die Langzeitwirkungen sind noch unvollständig erforscht – aber bereits bekannt ist, dass Mikroplastik Entzündungsreaktionen auslösen und als Träger für toxische Substanzen fungieren kann.

Prof. Dr. Spitz empfiehlt praktische Schutzmaßnahmen: Bio-Lebensmittel bevorzugen, Plastikverpackungen meiden, Wasserfilter nutzen, natürliche Baumaterialien und Reinigungsmittel wählen, und regelmäßige Detox-Maßnahmen (z.B. Sauna, ausreichend Ballaststoffe zur Bindung von Giftstoffen im Darm). Gleichzeitig betont er, dass Übertreibung und Angst kontraproduktiv sind.

Die körpereigenen Entgiftungssysteme – Leber, Niere, Lunge, Haut und Darm – leisten hervorragende Arbeit, wenn man sie unterstützt. Ausreichend Wasser, Mikronährstoffe (insbesondere Glutathion-Vorläufer, Vitamin C, Zink und Selen), Bewegung und Schlaf stärken die körpereigene Entgiftungskapazität nachhaltig. Prof. Dr. Spitz setzt auf Stärkung der Resilienz, nicht auf Angst vor der Umwelt.